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Fenerbahce Istanbul

Baujahr 2002
Bauherr Fenerbahce Sports Club, Istanbul
Planung Membrane teschner GmbH, Kosel
Material PES/PVC Typ III
Überdachte Grundfläche 20.400 qm
Tribünenüberdachung für das Istanbuler Stadion des Fußballclubs Fenerbahce

Um möglichst vielen Zuschauern Platz zu bieten, werden die Tragkonstruktionen für Stadion-Überdachungen normal außerhalb des Stadions selbst gebaut. Das war aufgrund der stark beengten Verkehrslage rund um das Fenerbahce-Stadion nicht möglich. So entschloss man sich schweren Herzens - unter Verzicht auf einige der vorher 32.000 Sitzplätze - zu einem innen liegenden Tragwerk und baute in den Ecken vier wuchtige Betontürme, die bis über den Tribünenbereich hoch hinaus ragen. Diese Eckpfeiler mit einer Grundfläche von jeweils knapp 100 Quadratmetern bilden die Auflager für die primäre Tragkonstruktion der Überdachung: 156 Meter auf den langen Seiten mal 123 Meter auf den kurzen Seiten misst das Stahl-Fachwerk, ein Vier-Gurt-Träger mit einer Höhe von gut zwölf Metern.

Die in einer typischen Bogenstruktur ausgebildete Membrane spannt sich zwischen etwa 400 Millimeter durchmessenden Rundstahl-Kragträgern, die sowohl nach oben als auch - gegen Auftrieb - nach unten mit Stahlseilen abgespannt werden.

Die Membrane wurde zuvor im Werk bei Ceno Tec in Greven aus einzelnen, passgenau zugeschnittenen Bahnen zusammengeschweißt und später als komplettes Feld angeliefert und vor Ort per Kran montiert.

Material- und konstruktionsbedingt sind Membrane wenig anfällig für Schwingungen und daher ideal geeignet für Erdbebengebiete. Für einen optimalen Erdbebenschutz werden sämtliche Lager der Konstruktion als Elastomer-Lager ausgeführt, die nach Verformungen komplett reversibel sind, also die ursprüngliche Form wieder annehmen. Darüber hinaus werden an den wichtigen Punkten spezielle Erdbebenlager installiert, so genannte Blei-Verformungslager, die im Gegensatz zu starren Lagern aufgrund des relativ weichen Materials Verformungen aufnehmen können.